Lama Ole Nydahl – Diamantweg Buddhismus

Kritische Informationen zu Lama Ole Nydahl und seiner »Diamantweg Buddhismus«-Bewegung

Einführung

An den Themen »Diamantweg Buddhismus« oder Ole Nydahl war ich vor einigen Jahren nicht sonderlich interessiert. Das änderte sich allmählich, als Wikipedia aufkam. Dort wollte ich, dass der Eintrag zu Ole Nydahl einen Abschnitt enthält, der erwähnt, dass Ole Nydahl »umstritten« ist und warum dem so ist. 

Der Buddhismus hat einen guten Ruf. Kontrovers diskutierte buddhistische Gruppen und deren Anführer profitieren davon, haben in der Regel ein ganz hervorragendes Marketing (»effektive PR«) und wissen Kritik zu unterdrücken oder Informationen zu manipulieren. Neu-Interessierte am Buddhismus oder der Meditation laufen aus meiner Sicht und Erfahrung daher Gefahr, aus Mangel an kritischen Informationen, informell ungeschützt in sie schädigende Abenteuer zu stürzen. 

Nachdem ich erlebte, wie Anhänger kontroverser buddhistischer Organisationen Wikipedia manipulierten – auch den Ole Nydahl Artikel – entschied ich mich, kritisches Material und kritische Stimmen einfach auf einer Plattform zu sammeln, die nicht von den Anhängern solcher Gruppen manipuliert werden kann. So entstand auch dieser Artikel – als lose Sammlung kritischer Stimmen und Hintergründe. Einfach nur als Service für Neu-Interessierte des Buddhismus.

Über die Jahre wuchs dieser Artikel mit Informationen an, wurde ergänzt. Im Sommer 2017 kam dann ich, der Sammler dieser Informationen – nach Interviews mit dem Deutschlandfunk und dem Bayrischen Rundfunk–, via »Buddhismus Stiftung Diamantweg« und Ole Nydahl’s Anwalt, Jan Weber, (Geschäftsführer dieser Stiftung), juristisch unter Beschuss.

Der völlig unkritische, verklärende und propagandistische Kinofilm »Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit«, der im Januar 2018 in die deutschen Kinos kam, unterstreicht meines Erachtens die Notwendigkeit des Verfügbarmachens solch kritischer Informationen.

Tenzin Peljor
21. Februar 2018

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Im Jahr 2014 werden eine Ole Nydahl Biografie und ein Aufsatz von Burkhard Scherer, Professor für Religionswissenschaft an der Canterbury Christ Church University, veröffentlicht. Seine »Insider-Position«, so schreibt er, habe ihn »mit beispiellosem ethnographischen Zugang und Privilegien ausgestattet«. Scherer beschreibt den Diamantweg wie folgt.

Der Diamantweg: Eine neo-orthodoxe Bewegung

Als Neue Buddhistische Bewegung dreht sich der Diamantweg um seinen Begründer, den dänischen, vom Hippie zum Lama (tibetisch-buddhistischen Lehrer) gewendeten, Ole Nydahl (geb. 1941). Seine spirituelle Konversion, Karriere und Mission ist bemerkenswert, insbesondere wegen der identitären Betonung der Bewegung auf regelmäßigem Verfassen und Neu-Verfassen von Nydahl’s (Auto-)Hagiographie oder (rang gi) rnam thar in Begriffen der entsprechenden tibetisch-buddhistischen Literaturgattung (Scherer 2014). In den späten Sechziger- und frühen Siebziger-Jahren begegnete Nydahl – zusammen mit seiner späteren Frau Hannah (1946–2007) – dem Oberhaupt der tibetischen Karma Kagyü-Schule, dem Sechzehnten Karmapa Rangjung Rigpe Dorje (1924–1981).

Sechzehnter Karmapa Rangjung Rigpe DorjeSechzehnter Karmapa Rangjung Rigpe Dorje (1924–1981)

Nydahls Lebensschilderung konstruiert ihn in der Folge als ersten westlichen Schüler des Karmapa Hierarchen (ein anfechtbarer Anspruch) und als einen der erfolgreichsten Propagatoren des Tibetischen Buddhismus im Westen – bzw. im globalen Norden ganz allgemein. In bisheriger Forschung (Saalfrank 1997: 224–228; Scherer 2012a) ist festgestellt worden, dass die Bewegung sinnvoll als neo-orthodox (oder besser: neo-orthoprax) beschrieben werden kann, in Verwendung von Peter Bergers Definition von Neo-Orthodoxie als »die erneute Bekräftigung der objektiven Autorität einer religiösen Tradition nach einer Periode, in welcher jene Autorität relativiert und geschwächt worden ist.« (Berger 1980: 79)

Nydahl ist in sozialen und – selektiv – in religiösen Hinsichten ein konservativer Propagator des Tibetischen Buddhismus unter westlichen Laien-Konvertiten (und nun konvertierten Buddhisten in zweiter Generation). Seine Markenzeichen sind eine Kombination von charismatischer Selbststilisierung und Großartigkeit, der Charme des alten Jungen, und am wichtigsten aber, eine oberflächlich modernistische Hybridisierung und Verpackung orthodoxer (oder besser ›orthopraxer‹) buddhistischer Inhalte, die manchmal auf unbehagliche Weise viele traditionelle, prä-moderne Merkmale kaschiert und die Tendenz, tibetisch-buddhistische orthopraxe Hingabe zum Lehrer, zu einem unkritischen Personenkult und Nachahmung des Habitus des Lehrers festzuschreiben (Scherer 2011, S. 94–95).

Demzufolge haben Nydahls Charisma, seine sozial-konservativen politischen Ansichten und sein Lebensstil Kritik dafür auf sich gezogen, einen »Lifestyle-Buddhismus« zu propagieren (Ruch 2006); seine lockere, aufgedreht-gesellige und manchmal recht hedonistisch anmutende Aufmachung des Tibetischen Buddhismus für eine vorwiegend privilegierte Gefolgschaft (= weiß, heterosexuell, körperlich ohne Behinderungen, körperlich normativ, junges bis mittleres Alter, der Mittelklasse angehörig) brachte ihm die Kritik ein, eine Art »Buddhismus light« zu propagieren (siehe Scherer 2009, S 35-38).

Burkhard Scherer in Trans-European Adaptations in the Diamond Way - Negotiating Public Opinions on Homosexuality in Russia and in the U.K., S. 104–105

Der Diamantweg in Deutschland in Zahlen

Diamaond Way Diamantweg poster© William Murphy | Poster For Event In Croke Park (2010, Bildausschnitt)
CC BY-SA 2.0

Der Buddhistische Dachverband Diamantweg (BDD) hat laut Remid (2015) und Eigenangabe (2017) 5.500 Mitglieder in Deutschland.

Laut Remid gibt es in Deutschland 270.000 Buddhisten. Mit 5.500 Mitgliedern bildet der Diamantweg einen Anteil von 2,04% der Buddhisten in Deutschland.

Mit Stand April 2018 hat die Deutsche Buddhistische Union (DBU), der größte Dachverband von Buddhisten in Deutschland, 63 Mitgliedsgemeinschaften mit insgesamt 19.330 Einzelmitgliedern. Der BDD ist eine dieser 63 Mitgliedsgemeinschaften in der DBU. Die mitgliederstärkste Gruppe in der DBU ist die »Buddhistische Religionsgemeinschaft« (BG) mit 6.240 Mitgliedern. Der Diamantweg (BDD) folgt an zweiter Stelle in der DBU mit 5.500 Mitgliedern.  (Quelle: Geschäftsstelle der DBU | weitere Details 09/2017)

Die BG stellt also 32,3% der Mitglieder in der DBU, der Diamantweg (BDD) 28,5% und die anderen Gemeinschaften stellen 7.590 Mitglieder, also 39,2%.

Zählt man die ca. 4.000 assoziierten Mitglieder der BG, die nicht beitragspflichtig sind und denen keine mitgliedschaftlichen Rechte zustehen, aus der o.g. Statistik heraus, kommt die DBU laut DBU-Schatzmeister auf 15.375 Mitglieder (April 2018). Der DBU-Schatzmeister gibt für den BDD 5.400 Mitglieder und die BR 2.224 Mitglieder an (April 2018). Bei dieser Zählweise, wäre der BDD die mitgliederstärkste Gruppe der DBU.

Die Einnahmen der DBU aus Mitgliedsbeiträgen setzen sich wie folgt zusammen (Quelle: DBU-Schatzmeister, Stand April 2018):

  • 84% durch Mitgliedsbeiträge der Einzelmitglieder (BG)
  • 16% durch Mitgliedsbeiträge der anderen Mitgliedsgemeinschaften

Ingesamt

  • 2,1% betragen dabei die Mitgliedsbeiträge des Buddhistischen Dachverbands Diamantweg (BDD)
    [Von den 16% der Mitgliedsbeiträge der anderen Mitgliedsgemeinschaften, entfallen 13% (3.500€) auf den BDD und 87% auf die restlichen Mitgliedsgemeinschaften (also abzüglich BDD und BG).]

Die Anzahl der stimmberechtigten Delegierten zur Mitgliederversammlung der DBU richtet sich nach der Anzahl der Mitglieder in den Mitgliedsgemeinschaften, »die im Zweifelsfall namentlich nachzuweisen sind, wenn mehr als ein Vertreter beansprucht wird« (§4 Satzung der DBU):

  • bis zu 150 Mitglieder ein Vertreter,
  • bis zu 600 Mitglieder zwei Vertreter,
  • über 600 Mitglieder drei Vertreter.

Der Buddhistische Dachverband Diamantweg (BDD), die Buddhistische Religionsgemeinschaft in der DBU (BR), Rigpa e.V. (1.200 Mitglieder) und das Buddha-Haus Meditations- und Studienzentrum e.V. (681 Mitglieder) können je drei Vertreter (bzw. Delegierte) für die DBU Mitgliederversammlung entsenden. Es gibt insgesamt 83 Delegierte. Prozentual kommt der Diamantweg damit auf 3,4% der Stimmen. (Quelle: DBU-Schatzmeister, April 2018)

Die Bilanz der Buddhismus Stiftung Diamantweg für das Jahr 2015 weist ein Vermögen von rund 34,2 Mio. € aus, primär bestehend aus: 30,3 Mio. € Immobilienvermögen und 2,7 Mio. € Barvermögen. Der Umsatz betrug 4,1 Mio. €, Gewinn: 2,5 Mio. € (-25% zum Vorjahr, 60% Umsatzrendite), Kosten: 1,5 Mio. €, Personalkosten: knapp 6.000€ (Ausgaben für Mitarbeiter inklusive Sozialversicherung und Altersvorsorge).

Laut der BDD Website www.buddhismus-nord.de erwirtschaften »grundsätzlich … die Zentren die Kosten für Mieten, Betrieb und Infomaterial über Spenden und Vereinsbeiträge. Die Mitgliedschaft im jeweiligen örtlichen Regionalverein liegt je nach Zentrum zwischen 7,50 und 15 € im Monat. … Die niedrigen Preise sind möglich, weil praktisch alle Aktivitäten in den Zentren und in den Vereinen auf der Basis ehrenamtlicher Tätigkeit erbracht werden.«

Die offizielle Diamantweg Website behauptet, in Deutschland gäb es »158 Buddhistische Zentren des Diamantweg-Buddhismus der Karma Kagyü Linie«. De facto listet die Seite aber nur 80 »Buddhistische Zentren« sowie 67 »Buddhistische Gruppen« und 10 »Buddhistische Kontakte. (Stand April 2018) Laut Bayrischem Rundfunk betreibe der Diamantweg »weltweit über mehr als 650 Zentren, davon 151 allein in Deutschland« (August 2017). Der Bayrische Rundfunk fügt als Kommentar zur Einordnung dieser Angaben hinzu: »Der französische Tibetologe Thierry Dodin allerdings sieht diese Angabe eher skeptisch, da Nydahl auch kleine private Meditationsgruppen als vollständige Zentren zähle.«

Überblick Kritik

Lama Ole Nydahl© Diamond Way Buddhism | Lama Ole Nydahl (2005) | CC BY-NC-SA 2.0

Kritik gibt es sowohl am Verhalten Ole Nydahls als auch an seiner Präsentation des Buddhismus.

Der Dachverband der Buddhisten und der buddhistischen Gemeinschaften in Deutschland, die Deutsche Buddhistische Union (DBU), äußerte im Jahr 1999, dass »Lama Ole Nydahl innerhalb und außerhalb der DBU heftig umstritten« sei.¹ Von Martin Baumann, Professor für Religionswissenschaft an der Universität Luzern (Schweiz), wird Nydahl als »dynamisch, wenn auch nicht unumstrittenen«² beschrieben. Nach einem Vortrag und Auftritt Ole Nydahls in Luzern 2005 äußert Baumann in Bezug auf Vorträge, die er von ihm hörte, Verständnis für »die Kritiker, die sagen, dass Nydahl im Westen einen verwässerten ›Instant-Buddhismus‹ oder eine Art ›Buddhismus light‹ präsentiert.«³

Die Kontroverse innerhalb der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) im Jahre 1999/2000 verdeutlicht zusätzlich das Spannungsfeld um Nydahl, den westliche Medien recht leichtgläubig als authentischen Meister des Buddhismus akzeptieren. In der Geschichte der DBU gab es bereits zweimal, 1997 und 2000, eine Debatte darüber, Ole Nydahls Diamantweg aus der DBU auszuschließen.³ª

Auch die offen feindseligen sowie pauschalisierend, vereinfachend oder unwahren Aussagen Nydahls gegenüber dem Islam bzw. Muslimen haben Kritik hervorgerufen.

Kritik am Verhalten Ole Nydahls

Gemäß einer wissenschaftlichen Studie von Oliver Freiberger (Lehrstuhl für Religionswissenschaft, Universität Bayreuth) aus dem Jahr 2000 gibt es eine »fortwährende Kontroverse«⁴ über Ole Nydahl. Bezug nehmend auf die Kontroverse in der DBU schreibt Freiberger, dass Nydahls Aussagen und Aktivitäten etliche Buddhisten vor den Kopf stoßen, da sie sein Verhalten für einen buddhistischen Lehrer für nicht angemessen halten.⁴ Freiberger merkt an, dass

Nydahl nicht nur beschuldigt wurde, auf eingebildete und militaristische Weise zu sprechen, sondern auch rechtslastig, rassistisch, sexistisch und feindselig gegenüber Ausländern zu sein.⁴

Kritik gibt es aber nicht nur innerhalb der buddhistischen Gemeinde, sondern auch von Christen und Atheisten. So wird Nydahls umfangreiche Reise- und Lehrtätigkeit von christlichen Kreisen, wie der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Deutschland (EZW)⁵ oder von Georg Schmid, Titularprofessor für Religionswissenschaft an der Universität Zürich und Leiter der Evangelischen Informationsstelle: Kirchen - Sekten – Religionen in der Schweiz, als aktive Missionsarbeit gewertet.⁶ Schmid vertritt die Ansicht: »Lama Ole Nydahl ist wahrscheinlich der aktivste buddhistische Missionar der Gegenwart.«⁶ Schüler von Nydahl betonen hingegen, dass Ole Nydahl in seinen Vorträgen sage, dass der Buddhismus keine missionierende Religion sei.

Vorwürfe und Kritik an Ole Nydahl äußern zudem der ASTA der TU München⁷ und der ASTA der TU Braunschweig. Der ASTA der TU Braunschweig spricht sich im Jahr 2005 dagegen aus »einer derart fragwürdigen Persönlichkeit ein Forum an unserer Universität zu bieten« und ruft zur Demonstration gegen Nydahl auf.⁸

Kritik an der Präsentation des Buddhismus durch Ole Nydahl

Kritik wird auch an Ole Nydahls Lehrpräsentation des Buddhismus geäußert. Während folgende Zusammenfassung von Freiberger noch unspezifisch konstatiert: »Seine ungewöhnlichen Aktivitäten (z.B. Bungee Jumping) verdrießen auch Buddhisten, die nicht seine Anhänger sind - seien dies nun Anhänger der Karma Kagyü Schule oder nicht.«⁴, wird Christian Ruch (Dr. phil. und Mitglied der schweizerischen Katholischen Arbeitsgruppe »Neue religiöse Bewegungen«) in einem Aufsatz für die EZW etwas deutlicher. Er argumentiert unter anderem, dass Ole Nydahl irdische Momente des Glücks, wie sie durch Motorradfahren, Sex oder Bungee Jumping entstehen sowie alle Höhepunkte im menschlichen Erleben »als Vorstufen der Erleuchtung deutet«, er sei »einer, der die Erleuchtung mit der Erfahrung jenes Menschen vergleicht, der seine Finger in eine elektrische Steckdose steckt und der nun die geballte Kraft von 10 000 Volt in sich spürt.«⁵, und kommt zu dem Schluss, dass die Buddhismus-Präsentation Ole Nydahls eher eine Art »Lifestyle-Buddhismus« sei. Für Ruch wirft »die eigenartige Verknüpfung von hedonistischem Lifestyle und buddhistischen Lehren«, wenn man sie im Vergleich mit den anderen buddhistischen Richtungen betrachtet, die Frage auf »wie buddhistisch das eigentlich noch ist, was Ole Nydahl verkündet.«⁵

Lama Ole Nydahl (2007)

© pawlo | Lama Ole Nydahl (11.12.2007) | CC BY-NC-ND 2.0

Nach einem Vortrag und Auftritt Ole Nydahls in Luzern im Jahr 2005, schreibt die Neue Luzerner Zeitung: »Für den Religionswissenschaftler Baumann ist Ole Nydahls Lehre ein oberflächlicher ›Instant-Buddhismus‹, der mit tibetischem Buddhismus östlicher Lesart, wenig gemeinsam habe.«³ Martin Baumann war nach Hören des Vortrags »erstaunt über so viele flache Formeln, Plattitüden und Pauschalisierungen«. In einem Interview mit der Neuen Luzerner Zeitung gibt diese ihn wieder mit der Aussage, er verstehe »die Kritiker, die sagen, dass Ole Nydahl im Westen einen verwässerten ›Instant-Buddhismus‹ oder eine Art ›Buddhismus light‹ präsentiert.«³

Andererseits vertritt Ulrich Dehn (Religionswissenschaftler, Pfarrer und seit 2003 außerplanmäßiger Professor für Religions- und Missionswissenschaft sowie Ökumenik an der Humboldt Universität Berlin) die nachfolgende Ansicht: »Ole Nydahl lehrt durchaus richtige und sinnvolle Dinge.«⁹  ■


Fußnoten

1 Lotusblätter 13, Nr. 4, [1999], 64f., Zeitschrift der DBU

2 Geschichte und Gegenwart des Buddhismus in der Schweiz von Prof. Dr. Martin Baumann, http://www.sbu.net/sbuarchiv-d1.htm

3 Baumann, Martin 2005 in: »Eine Art Buddhismus Light?«, Neue Luzerner Zeitung, 04.11.2005, http://www.religionenlu.ch/pdf/2005-11-04.pdf (alternativer Download: PDF)

3a Franz Johannes Litsch (ehemaliges DBU Ratsmitglied) in einer ausführlichen Email an Tenzin Peljor, 9. Oktober 2017. Zwischen den beiden Ausschluss-Debatten 1997 und 2000 gab es auch ein direktes Gesrpäch des DBU-Rates mit Ole Nydahl in Hamburg in dem er Besserung versprach. Da dieses Versprechen von Ole Nydahl nicht eingehalten wurde, folgte eine 2. Debatte zum Ausschluss des Diamentweges aus der DBU im Jahr 2000.

4 Dr. Oliver Freiberger, 2001: »Inter-Buddhist and Inter-Religious Relations in the West«, Journal of Global Buddhism 2: 59-71, S. 65. und Anmerkung Nr. 30, http://www.globalbuddhism.org/2/freiberger011.pdf

5 Dr. phil. Christian Ruch »Buddha, Bungee, Bettgeschichten«, Seite 32-36 in der EZW (Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen) Publikation Nr. 185: »Wenn Eisenvögel fliegen …«. Der tibetische Buddhismus und der Westen, Berlin 2006

6 Prof. Georg Schmid in Leben & Glauben Nr 38/1999 http://www.relinfo.ch/nydahl/person.html, http://www.relinfo.ch/nydahl/info.html

7 FSK-Info #147, 07.01.2006, http://www.stuve.uni-muenchen.de/stuve/fsk/info/2006-01-07%20FSK-Info%20147.pdf

8 ASTA der TU Braunschweig, 2005, »Fragwürdiger Buddhistenführer im Audimax«, http://www.asta.tu-bs.de/asta_info/SoSe_2005_nr_2.html

9 Prof. Dr. theol. Ulrich Dehn in »Lama Ole Nydahl hat keine Zeit für Askese«, Sonntagsblatt, Ausgabe 27 vom 07.07.2002, http://www.sonntagsblatt-bayern.de/02/02-27-07.07.2002_1025680832-21697.htm

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Die Kontroverse in der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) um Ole Nydahl im Jahr 1999/2000

In den Jahren 1999-2000 gab es eine öffentlich ausgetragene Kontroverse¹ zwischen der Deutschen Buddhistischen Union (DBU), dem Dachverband der Buddhisten in Deutschland und deren mitgliederstärksten Gruppe, dem Karma Kagyü Dachverband (KKD) des Lama Ole Nydahl.

Vorgeschichte und Hintergründe

Die Deutsche Buddhistische Union (DBU) hat 56 Mitgliedergruppen, welche in ihrer Größe stark variieren (zwischen 10 bis 6000 Mitglieder) und zählt zudem ca. 2300 Einzelpersonen zu ihren Mitgliedern. Der Karma Kagyü Dachverband (KKD), auch bekannt als Diamantweg oder »Diamantweg Buddhismus«, zählt nach eigenen Angaben zum Zeitpunkt der Kontroverse 6000 Mitglieder und stellte damit »die größte buddhistische Gruppe in Deutschland«.²

Der Hauptlehrer und Gründer des Karma Kagyü Dachverbandes (KKD) ist der Däne Ole Nydahl. Der KKD entstand als Folge einer Abspaltung von dem Karma Kagyü Verein (KKV), dem ursprünglichen Dachverband der Karma Kagyü Schule in Deutschland.³ Nach Aussage des Vorsitzenden des KKV, Horst-Günter Rauprich, sei die Abspaltung noch vor dem Karmapa-Konflikt 1992 erfolgt.³ So gibt es nunmehr zwei Dachverbände der Karma-Kagyü-Schule in Deutschland. (Der Karma Kagyü Verein (KKV) wird ca. 2002 in Karma Kagyü Gemeinschaft Deutschland e. V. umbenannt.)

Wie die DBU 1999 angibt, befinde sie sich schon »seit Jahren in einem kritischen Dialog mit dem KKD« und habe bereits im Jahre 1996 eine 27seitige Analyse der öffentlichen Äußerungen Ole Nydahls als Diskussionsgrundlage erstellen lassen.⁴ Eigentliches Ziel sei es, die Kontroverse »intern« und auf der Basis von Verständigung, nicht von Konfrontation zu führen.⁴ Viele Buddhisten fordern zu dieser Zeit einen Ausschluss des KKD aus der DBU.⁴ Dieser Forderung wird jedoch nicht nachgekommen.⁴

Schließlich kommt es Ende 1999 zu öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen der DBU und dem KKD, in denen stark unterschiedliche Standpunkte zwischen den beiden Organisationen festgestellt werden.⁴

Die Kontroverse

Standpunkt der Deutschen Buddhistischen Union (DBU)

Nach Aussage der DBU, erhält sie viele Anfragen zu buddhistischen Gruppen und Lehrern, wobei sich »die überaus größte Anzahl […] schon immer auf Ole Nydahl« bezieht. Sie gibt an, dass es vermehrt kritische Stellungnahmen zu seiner Person im Internet gibt, wodurch sie sich gezwungen sehe, eine öffentliche Stellungnahme im Internet zu veröffentlichen.⁴

Daraufhin veröffentlicht die DBU im August 1999 auf ihrer Webseite eine Stellungnahme zu Nydahl, die im Oktober desselben Jahres wieder entfernt wird, jedoch auch in der zeitgleichen Ausgabe der »Lotusblätter«, dem von der DBU herausgegebenen Magazin, abgedruckt wird.⁴

Sie stellt in der Stellungnahme einleitend fest, dass »Lama Ole Nydahl innerhalb und außerhalb der DBU heftig umstritten« sei und sie ihm aus diesem Grund »nie eine Plattform für die Darstellung seiner Person und seiner Lehren geboten« hätte. Infolgedessen sei Lama Ole Nydahl weder in den Lotosblättern, noch auf Konventen oder Mitgliederversammlungen der DBU zu Wort gekommen.⁴

In der Stellungnahme werden von der DBU nachfolgende Punkte als inakzeptabel kritisiert:

  • Ole Nydahls Pauschalurteil über den Islam
  • seine politischen Aussagen, die als rechtslastig und teilweise rassistisch gedeutet wurden
  • seine als militant und undifferenziert empfundene Redeweise
  • sein als maßlos und großspurig wahrgenommenes Auftreten
  • sein als »unbuddhistisch« empfundener Umgang mit den Themen Frauen, Sex und Spaß

Abschließend stellt der Rat fest, dass nach seiner Meinung diese Punkte nicht mit der buddhistischen Lehre in Einklang zu bringen sind.⁴

Diese Stellungnahme wird vor der Veröffentlichung weder mit dem KKD noch mit Ole Nydahl abgesprochen.⁵

Standpunkt des Karma Kagyü Dachverbandes (KKD)

Als Reaktion verfassen Ellen Braun und Andreas Behrens, die Vorstände des KKD, einen Offenen Brief. Auf die konkreten Vorwürfe gehen sie dabei allerdings nicht ein, sondern sie werten die Stellungnahme des Rates als eine Illoyalität gegenüber dem größten Mitgliedsverband. Weiterhin bezweifeln sie eine aufrichtige Motivation hinter der Kritik an Nydahl. Sie vertreten die Auffassung, dass die Anhänger des 17. Karmapa Ogyen Trinley Dorje, den der KKD und Ole Nydahl nicht als die Wiedergeburt des 16. Karmapa akzeptieren, die Kritik lanciert hätten.⁶

17. Karmapa Ogyen Trinley Dorje

© Karmapa Foundation Europe | 17. Karmapa Ogyen Trinley Dorje | CC BY-NC-ND 2.0

Sie werfen diesbezüglich der DBU vor, sie würde sich auf die Seite des 17. Karmapa Ogyen Trinley Dorje und seiner Schüler stellen und diesen ein förderliches Forum bieten. Hingegen hätten sie, die den 17. Karmapa Thinley Thaye Dorje als rechtmäßigen Karmapa ansehen, kein solches Forum.(*) Zudem würde die andere Seite (der KKV) ein Ratsmitglied stellen. Der KKD zweifelt aus diesen Gründen die Legitimation der DBU an. Der KKD droht mit einer Auseinandersetzung in der Presse, was durch folgende Passage des Offenen Briefes deutlich wird: »Da unsere Mitglieder Vertretung ihrer Interessen fordern, kann dies nur zu einer ›PR-Auseinandersetzung‹ führen, die alle Buddhisten in Deutschland und insbesondere ihre angebliche Vertretung, die DBU sehr schlecht aussehen lässt.«⁶

17. Karmapa Thinley Thaye Dorje & Lama Ole Nydahl

© Diamond Way Buddhism | 17. Karmapa Thinley Thaye Dorje & Ole Nydahl | CC BY-NC-SA 2.0

Ferner wird im Offenen Brief die Gründung eines eigenen Dachverbandes angekündigt. Der erste Schritt hierhin bestehe in der Umbenennung des Karma Kagyü Dachverbandes (KKD) in Buddhistischer Dachverband Deutschland (BDD).⁶ Sie kritisieren zudem, dass sie nicht über die Stellungnahme informiert wurden und dass nach ihren erfolgreichen Protesten gegen die Internetveröffentlichung (sie wurde Anfang Oktober gelöscht), die Stellungnahme in den Lotosblättern noch einmal veröffentlicht wurde.⁶

Standpunkt des Karma Kagyü Vereins (KKV)

Horst-Günter Rauprich nimmt in den Lotusblättern 1/2000 für den Karma Kagyü Verein (KKV) zum Brief des KKD Stellung. Er stellt fest, dass sein Verein keinen Druck auf die DBU ausgeübt habe und der KKV zum damaligen Zeitpunkt nicht im Rat der DBU vertreten war. Man stimme aber inhaltlich der Stellungnahme der DBU zu, da die Kritik an Nydahl sich mit ihren eigenen Erfahrungen im KKV decke.³

Eine vorsichtige Annäherung und Einigung

Auf der Mitgliederversammlung der DBU im April 2000 wird das Thema aufgegriffen. Es wird die feste Absicht geäußert: »Die DBU und ihre Mitgliedsgemeinschaften wünschen keine Spaltung der buddhistischen Sangha in Deutschland und haben den festen Wunsch, den inner-buddhistischen Dialog fortzusetzen.« Die DBU bedauert, dass sie die Erklärung im Internet veröffentlicht hat, »ohne zuvor mit den Vertretern des KKD gesprochen zu haben«. Es wird beschlossen den Dialog fortzusetzen und der neu benannte Buddhistische Dachverband Deutschland (BDD) Ole Nydahls verpflichtete sich, den Vereinsnamen so zu ändern, dass er nicht als Dachverband aller Buddhisten missverstanden werden könne.⁷

Am 4. Oktober 2000 findet ein erneutes Treffen zwischen DBU und BDD statt. In der gemeinsamen Erklärung heißt es: »In einer offenen und freundlichen Atmosphäre wurde von beiden Seiten die Möglichkeit einer direkten Aussprache und Begegnung begrüßt. Man hatte sich wirklich Zeit genommen und so wurden in dem Gespräch die meisten der bekannten Vorwürfe, Kritikpunkte und Beobachtungen angesprochen. Im Vordergrund stand das Bemühen, Spannungen konkret anzugehen und positive Veränderungen zu ermöglichen. Obwohl unterschiedliche Sichtweisen deutlich wurden, so zeigten doch beide Seiten Bereitschaft aus der Vergangenheit zu lernen und Gemeinsamkeiten zu bestärken. Das Gespräch war ein erster Schritt und sollte dazu führen, Missverständnisse auszuräumen, Klarheit zu schaffen und Zusammenarbeit zu fördern. Weitere Entwicklungen sollen geprüft und offen diskutiert werden«⁸ Der Buddhistische Dachverband Deutschland (BDD) wird als Resultat dieser Annäherung in »Buddhistischer Dachverband Diamantweg« (BDD) umbenannt.  ■

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Hintergrund zum Karmapa-Konflikt

(*) Shamar Rinpoche, Tai Situ Rinpoche, Jamgon Kongtrul Rinpoche und Gyaltsab Rinpoche – die vier »Vajra-Regenten« und Hauptschüler des 16. Karmapa Rangjung Rigpe Dorje (1924–1981) – erkannten zu Beginn gemeinsam Ogyen Trinley Dorje als Kandidat für die Nachfolge des 16. Karmapa an.

Ogyen Trinley Dorje wurde später auch vom 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, als Nachfolger für den 16. Karmapa anerkannt und von der chinesischen Regierung bestätigt. Dieser Kandidat, Karmapa Ogyen Trinley Dorje, ist das spirituelle Oberhaupt der Karma Kagyü Gemeinschaft Deutschland e.V.

Shamar Rinpoche stellte nach einiger Zeit die spirituelle Legitimation dieses Kandidaten, Orgyen Trinley Dorje, durch die anderen drei Vajra-Regenten und auch den 14. Dalai Lama in Frage und präsentierte einen zweiten Karmapa Kandidaten mit dem Namen Thinley Thaye Dorje. Diesen setzte Shamar Rinpoche zu Lebzeiten als Karmapa ein. Dieser Kandidat, Karmapa Thinley Thaye Dorje, wurde zum spirituellen Linienhalter des Karma Kagyü Dachverbands (KKD), der später in Buddhistischer Dachverband Diamantweg (BDD) umbenannt wurde.

Diesem Kandidaten, Karmapa Thinley Thaye Dorje, folgen aber auch buddhistische Zentren von Gendün Rinpoche, wie z.B. das Retreat-Zentrum im Möhra, oder auch andere westliche buddhistische Lehrer wie z.B. Lama Jampa Thaye.


Quellen

Zeitschrift der Deutschen Buddhistischen Union (DBU)

  • Lotusblätter 13, Nr. 4, [1999], 64f.,
  • Lotusblätter 14, Nr. 1, [2000], 56-61

Zeitschrift des Karma Kagyü Dachverbandes (KKD) (heute: Buddhistischer Dachverband Diamantweg - BDD)

  • Buddhismus Heute 29, Nr.2, [1999], S66f.,
  • Buddhismus Heute 31, Nr.2, [2000], S74f.
  • Buddhismus Heute 32, Nr.1, [2001], S77

Referenzen

1 Freiberger, Oliver. 2001: »Inter-Buddhist and Inter-Religious Relations in the West«, Journal of Global Buddhism 2: 59-71, S. 65. und Anmerkung Nr. 30.

2 Buddhismus Heute 29, Zeitschrift des KKV, S.69
Remid listet als Mitgliederzahlen für den Buddhistischen Dachverband Diamantweg e.V. (BDD) im Jahr 2015: 5.500 Mitglieder und fügt hinzu »Mitgliederstärkste Vereinigung in der DBU. Vorige Angabe: 6.000 (2012).«
Stand September 2017: Die mitgliederstärkste Gruppe innerhalb der DBU ist die der Einzelmitglieder mit 6.350. (Siehe Zahlen zum Buddhismus in Deutschland)

3 Stellungnahme des Karma Kagyü Verein (KKV) zum Offenen Brief des Karma Kagyü Dachverband (KKD), Lotusblätter 14, Nr. 1, [2000], 56-61, Zeitschrift der DBU

4 Lotusblätter 13, Nr. 4, [1999], 64f., Zeitschrift der DBU;
Die 27seite Analyse der DBU kann hier eingesehen werden: 1) PDF, 2) PDF mit Texterkennung

5 Buddhismus Heute 31, Zeitschrift des KKV, S.75

6 Offener Brief an die Mitgliedgemeinschaften der DBU und den Rat, 03.11.1999, in Buddhismus Heute 29, Zeitschrift des KKV, S.69ff

7 Der Beschluss der Mitgliederversammlung [der DBU] vom April 2000, in Buddhismus Heute 31, Zeitschrift des KKV, S.75

8 Vereinbarte gemeinsame Erklärung von DBU und BDD [KKD], 4.10.2000, in Buddhismus Heute 32, Zeitschrift des KKV, S.77

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Ergänzungen

Der Artikel zur DBU-Kontroverse um Ole Nydahl wurde in seiner Grundform in Wikipedia.de unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation erstellt. Da die Kontroverse und Kritik an Ole Nydahl innerhalb der DBU jedoch keinen Widerhall in den deutschen Medien fand und intra-buddhistisch blieb, wurde der Artikel wegen fehlender Relevanz für Wikipedia wieder gelöscht. Ich habe ihn kopiert und überarbeitet, da ich ihn für sehr hilfreich halte und möchte ihn hier deshalb der/dem interessierten LeserIn zur Verfügung stellen. Auch Dr. Oliver Freiberger (Lehrstuhl für Religionswissenschaft, Universität Bayreuth) sah die Auseinandersetzung innerhalb der DBU als bedeutend genug an, um sie in seiner Studie über »interbuddhistische und interreligiöse Verhältnisse im Westen« zu erwähnen.⁹

Die Internetauftritte rundum Ole Nydahl als Buddhismus-Repräsentant sind dominant. Die Domain www.buddhismus.de und viele andere mit dem Buddhismus assoziierten Domains, wie z.B. www.buddhismus-nord.de, www.buddhismus-sued.de, www.buddhismus-heute.de, und entsprechende Domains in Polen (http://www.buddyzm.pl), Russland (http://www.buddhism.ru), Österreich (www.buddhismus.at), der Schweiz (http://www.buddhismus.org) usw., sind Ole Nydahl bzw. seinen Schülern oder seiner Organisation Buddhistischer Dachverband Diamantweg (BDD) zuzuordnen und stellen keine Internetpräsenzen übergeordneter Organisationen dar, wie mitunter der erste und zweite Eindruck vermittelt. In der Vergangenheit hat der BDD zudem viele Domains mit dem Wort »Karmapa« erworben¹⁰, wie z.B. karmapa.de, karmapa.ru oder karmapa.cz und damit ihre Präsenz und ihren Anspruch als Repräsentant der Karma Kagyü Linie noch mehr ausgebaut. Selbst für Städte, in denen es keine Diamantweg-Zentren gibt, wie z.B. Erfurt oder Weimar, wurden die Domains http://buddhismus-erfurt.de bzw. http://buddhismus-weimar.de erworben, die dann auf http://www.buddhismus-ost.de umgeleitet werden oder Kopien dieser Seite sind.

Herbert Rusche, ehemaliges Mitglied des Bundestags für Die Grünen und ehemaliger Delegierter der DBU-Einzelmitglieder (2005–2011), kommentiert dieses Vorgehen wie folgt: »Freunde von Ole Nydahl, die sich meist als seine Schüler betrachten, belegten in der Zeit, als das Internet immer mehr Bedeutung bekam, alle Top-Domains, in denen der Begriff Buddhismus und Karmapa auftauchte. Sie erwecken so bei unbedarften Internetusern den Eindruck, dass sie die einzige existente Richtung des Karma-Kagyü-Buddhismus, ja sogar des ganzen Buddhismus sind und ihn vertreten.«¹¹ Wie das Auftreten des Diamantwegs auf Außenstehende wirkt beschreibt der Spiegel-Online Reporter Stefan Kuzmany im März 2009 wie folgt:

Schon die Gestaltung der Seite www.buddhismus.de, wo der Diamantweg gleichberechtigt mit den großen Hauptrichtungen präsentiert wird, hat mich irritiert. Und noch mehr irritierte mich der Besuch eines Nydahl-Vortrages in Berlin, wo, neben höchst allgemeinen und m. E. sehr unsystematisch vorgetragenen buddhistischen Versatzstücken auch eine deutliche und vom Publikum mit Applaus bedachte Herabsetzung anderer Religionen zu hören war. Es war mir neu, dass solche Rede mit dem Buddhismus vereinbar wäre. So bin ich schließlich auf den Konflikt zwischen DBU und Nydahl gestossen. Nydahl scheint ja letztlich obsiegt zu haben: noch zehn Jahre danach redet er genau so wie ihm damals vorgeworfen wurde. Und die in der Einigung beschlossene Umbenennung seines ›Dachverbandes‹ hat ja offensichtlich auch niemals stattgefunden.²⁵

Lama Ole Nydahl im Thor T-Shirt

Ole Nydahl | CC BY-NC-ND 2.0

Innerhalb von Deutschland haben sich die meisten buddhistischen Gruppen und viele einzelne Buddhist_innen in der Deutschen Buddhistischen Union e.V. – Buddhistische Religionsgemeinschaft (DBU) zusammengeschlossen. Mit Stand Sept. 2017 hat die DBU nach eigenen Angaben 63 Mitgliedsgemeinschaften mit ingesamt 19.429 Mitgliedern. Der Buddhistische Dachverband Diamantweg (BDD) ist Mitglied der DBU und hat nach eigenen Angaben 5.500 Mitglieder.

In der Geschichte der DBU gab es bereits zweimal (1997 und 2000) eine Debatte darüber, Ole Nydahls Diamantweg-Bewegung aus der DBU auszuschließen.¹¹ª (siehe auch »Die Kontroverse in der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) um Ole Nydahl im Jahr 1999/2000«)

Auf der DBU Mitgliederversammlung der DBU im Jahr 2013 gibt es erneut Konflikte mit Vertretern des Diamantwegs. In einem »Offenen Brief zur Lage der DBU«,¹¹* in dem das Vorstandsmitglied des Rates, SoGen Ralf Boeck, seinen Rücktritt mitteilt, spricht er von einer »Krise der DBU« und kritisiert vor allem den Kommunikationsstil des BDD als »knallharte Interessenvertretung mit allem, was rhetorische Mittel einschließlich unsachlicher und unfairer Polemik dazu hergeben«, obzwar »diese Art der Interessenvertretung in einem Dachverband legitim« sei, habe sie nichts »mit rechter Rede … nach meinem Verständnis … zu tun«. Zudem spricht er von einer »Hilflosigkeit nicht nur des Rates, sondern auch vieler Delegierter«, da die Delegierten des BDD gegenüber den anderen Delegierten »mit einer brutalen Rhetorik« vorgegangen seien, »der sich Vorstand, Rat und die Mitgliederversammlung nicht gewachsen zeigten.«

Von Seiten des Rates der DBU habe es nicht »an Versuchen gefehlt, ein positives Verhältnis zum BDD herzustellen, dem BDD habe man »nach vielen Jahren inoffiziellen Boykotts und stillschweigender Ausgrenzung die Türen weit geöffnet … – aus innerer Überzeugung.« Man könne schon fast von »einer privilegierten Behandlung sprechen«, die auch die Höhe der Mitgliedsbeiträge reflektiere, die bei 3.500€ nicht einmal 0,8% der Einnahmen der DBU ausmachen würden und von den anderen Mitgliedern, die wesentlich mehr Beitrag pro Mitglied zahlen, »gedeckelt« würden. In Angesicht dessen sollte die DBU »sich sehr, sehr genau anschauen, was genau sie sich dafür einhandelt.« Seine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen führen ihn zum Schluss:

Das ist in der Tat nicht harmloser verwässerter Lifestyle-Buddhismus, wie er dem BDD häufig vorgeworfen wird. Das sind die ›Bodhisattva-Krieger‚‹ des Vajrayana, wie er in dieser Gemeinschaft verstanden und gelehrt wird.¹¹*

Die nunmehr seit Jahrzehnten bekannten und immer wieder benannten Probleme, werden bis zum Jahr 2018 nicht wirklich innerhalb der DBU gelöst. Was sich ändert, sind die Machtstrukturen im Rat der DBU – zugunsten des BDD. Als Resultat dieser Änderungen, lassen sich einseitige Parteinahmen des 1. Vorsitzenden, Gunnar Gantzhorn, für den Diamantweg / Ole Nydahl beobachten, während andere Räte öffentlich nahezu kritiklos verstummen. Parallel zu diesen Entwicklungen werden juristische Verfahren gegen kritische Blogger, wie den ehemaligen Präsidenten der Österreichischen Buddhistischen Religionsgemeinschaft (ÖBR), gegen ein Vorstandsmitglied der Deutschen Buddhistischen Ordensgemeinschaft (DBO) und den Vorsitzenden des Kölner Kreisverbands der Piratenpartei von seiten der Buddhistischen Stiftung Dimamantweg oder deren Geschäftsführer, RA Jan Weber, im Auftrag Ole Nydahls angestrengt.

Nachdem ein Blogbeitrag diese und weitere Entwicklungen kritisch und öffentlich aufgreift, sendet der Rat der DBU am 09.04.2018 eine »Erklärung des Rates der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) zu umstrittenen Äußerungen von Lama Ole Nydahl« an die DBU Mitgliedsgemeinschaften und ihre Delegierten, übergibt dem BBD einen Fragenkatalog – mit dem ausdrücklichen Wunsch nach einer Stellungnahme – und legt einen neuen Tagesordnungspunkt für die Mitgliederversammlung der DBU vom 27.–29.04.18 fest: »Bericht und Aussprache zum Thema Tatsachenbehauptungen und Vorwürfe gegen Ole Nydahl und den BDD«. (siehe auch: Updates April-Juli 2018, BDD-Stellungnahme inkl. der Fragen des DBU Rats und Faktencheck: Die Kommunikationsstrategie des Diamantwegs (BDD))

Eine knappe Zusammenfassung der Inhalte und Ergebnisse der Mitgliederversammlung vom April 2018 ist hier zu finden:

Einen ausführlicheren Bericht von der Mitgliederversammlung gibt es hier:

In einer Mitteilung (Nr. 5-2018) vom 26. Juni 2018 teilt der Rat und Vorstand der DBU mit, dass Gunnar Gantzhorn als 1. Sprecher und Vorsitzender des Vorstands zurücktgetreten ist (»in erster Linie aus gesundheitlichen und familiären Gründen«) und ein neuer Vorstand gewählt wurde. Themen wie »Gebot der Neutralität (gegenüber Konfliktparteien in der DBU)« oder »Vertraulichkeit und Transparenz« wurden besprochen. Der Rat habe zudem »seine Selbstverpflichtung zur Neutralität« erneuert.

Am 8. Juli 2018 versendet der Rat der DBU eine vierseitige Stellungnahme zum Antwortschreiben des BDD auf den Fragenkatalog des Rates an die Delegierten der Mitgliedsgemeinschaften. Am selben Tag wird ein Offener Brief an die DBU gesendet, den 137 Buddhist_innen unterschrieben. In ihm wird eine »fehlende klare und eindeutige Haltung der DBU-Führung« beklagt und »eine klare und erkennbare ethische Haltung« angemahnt.

Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) berichtet in ihrem Newsletter 7-8/2018 über die »Konflikte innerhalb der Deutschen Buddhistischen Union« (PDF)

Im Buddhistischen Dachvervand Diamantwerg (BDD) sind ausschließlich Zentren Ole Nydahls Mitglieder. Für den Buddhismus-Unterricht an Schulen bietet die DBU eine Fortbildung von Lehrern und Referenten unter qualifizierten buddhistischen Lehrern an (http://www.buddhismus-fortbildung.de). Ole Nydahls Diamantweg-Stiftung bietet zusätzlich und unabhängig von der DBU ein weiteres Projekt zu »Schule und Buddhismus« unter http://www.buddhismus-schule.de/ mit dem vielversprechenden Namen »Buddhismus in seiner Ganzheit« an.

Für den Autor dieses Artikels bleibt offen zu prüfen, inwieweit das Schulprojekt der Stiftung Ole Nydahls (Diamantwegstiftung) wirklich freie und unabhängige Informationen zum Buddhismus anbietet und nicht als eine indirekte Einflussnahme (im Sinne von ›Schleichwerbung‹) im Bereich der Jugendbildung zugunsten des Diamantweg-Buddhismus Ole Nydahls genutzt wird. Denn letztlich verweisen 80% aller externen Links zum Buddhismus auf der Seite http://www.buddhismus-schule.de/ nur auf die Seiten des Diamantweg Buddhismus, wie ihn Ole Nydahl vertritt, sind also völlig selbstreferenzierend. Der einzige externe Link, der nicht direkt zu Diamantweg-Seiten verweist, ist der zum Bildungsserver. Ruft man diesen auf, wird dann wiederum an erster Stelle die eigene Seite http://www.buddhismus-schule.de gelistet.¹²

Aspekte der Vereinsgeschichte des Diamantwegs (der Zentren Ole Nydahls) im deutschsprachigen Raum lassen sich – aus einer kritischen Hintergrund-Perspektive – wie folgt skizzieren:

Der derzeitige Buddhistische Dachverband Diamantweg (BDD) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem ausschließlich die Zentren Ole Nydahls Mitglieder sind. Der BDD vertritt die Interessen der Zentren Ole Nydahls in der Deutschen Buddhistischen Union (DBU). Der BDD entstand aus einer Umbenennung des Karma Kagyü Dachverbandes (KKD) und aus der Drohung, sich von der DBU abzuspalten. Ziel dieser Trennung sollte die Existenz eines zweiten Buddhistischen Dachverbandes in Deutschland (BDD) sein. Durch das Einlenken der DBU, die eine Spaltung fürchtete, und das Finden eines Kompromisses, wurde dies verhindert. Der KKD Ole Nydahls wiederum ist – nach Aussage von Horst-Günter Rauprich, dem ehemaligen Vorsitzenden des Karma Kagyü Vereins (KKV) – eine Abspaltung des ursprünglichen Dachverbandes der Karma Kagyü Tradition in Deutschland, dem Karma Kagyü Verein (KKV).¹³ Ole Nydahl und die Diamantweg-Zentren spielen zudem eine nicht unerhebliche Rolle im Karmapa-Konflikt im Westen, der sich erst nach der Trennung Ole Nydahls vom ursprünglichen Karma Kagyü Dachverband, KKV¹³, im Westen richtig entfaltete.

In Österreich führen die »wiederkehrenden Probleme und Auseinandersetzungen«¹⁴ um Ole Nydahl zur Spaltung des österreichischen Karma-Kagyü Ordens (1997). Man wollte sich dadurch »von einem für uns und den Buddhismus untragbaren Lehrer distanzieren.«¹⁴

Ein Jahr später, 1998, kommt es dann zum Bruch zwischen der Österreichischen Buddhistischen Religionsgemeinschaft (ÖBR) und Ole Nydahl. Ähnlich wie die Deutsche Buddhistische Union Ole Nydahl eine Plattform für seine Auftritte verweigert, spricht die ÖBR »ein Ankündigungsverbot in all ihren Publikationen« aus.¹⁴ Diesem Verbot ging ein »Sangharatsbeschluss« im September 1998 voraus. Nach Aussage Peter Riedls war »Hintergrund dieses Sangharatsbeschlusses … eine sich über Monate hinziehende Kontroverse innerhalb der ÖBR über Ole Nydahls mehrfach geäußerten islamophoben, verhetzenden und sexistischen Aussagen.«¹⁴ª

Weitere Spannungen in der ÖBR entstehen u.a. dadurch, dass Ole Nydahls Diamantweg-Zweig, Karma Kagyü Österreich (KKÖ), gegen die Leitlinien der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft (ÖBR) zur Namensgebung buddhistischer Einrichtungen, buddhistischer Orden, Gruppen oder Institutionen verstößt. Demzufolge sollen irreführende oder zur Verwechslung führende Namensgebungen oder Begrifflichkeiten vermieden werden und insbesondere die Bezeichnung »Österreich« in Zusammenhang mit Traditionsnamen nicht gestattet werden, um zu verhindern, dass damit Alleinvertretungsansprüche, Alleinstellungen oder sonstige vorrangige Bedeutungen vorgetäuscht werden. Aus diesen Gründen sollen auch völlig alleinstehende Traditionsnamen als Ordens- oder Gruppennamen nicht gestattet werden.

Während sich sämtliche Einrichtungen, Orden und Dharma-Gruppen der ÖBR an diesen Beschluss halten, weigert sich die KKÖ, trotz der eindeutigen Beschlusslage, den Begriff »Österreich« aus ihrem Ordensnamen zu streichen oder den Traditionsnamen »Karma Kagyü« als alleinstehende Bezeichnung aufzugeben. Gegen den Beschluss der ÖBR und dessen »Sangharates« (September 2011) bezüglich Namensgebung prozessiert die KKÖ. Nach Abweisung der Klage vor Gericht geht die KKÖ in Berufung und prozessiert weiter gegen die ÖBR. Als dann im März 2014 ein Antrag zum Ausschluss der KKÖ aus der ÖBR (eingebracht von Dai Shin Zen, DzogChen-Gemeinschaft, Puregg-Haus der Stille, Maitreya Institut, Shambala-Zentrum, Theravada-Schule) »wegen grober, fortgesetzter Verletzung der ÖBR-Verfassung und Verstoß gegen die Grundlagen der ÖBR … wegen der Verletzung der Interessen der gesamten Religionsgesellschaft« gestellt wird, zieht die KKÖ die Klage gerade noch rechtzeitig kurz vor dem drohenden Ausschluss aus der ÖBR zurück.

Ole Nydahls Äußerungen zum Islam waren nicht nur in der Vergangenheit Gegenstand der Besorgnis unter Buddhisten.¹⁵ Alfred Weil, 1997, zu diesem Zeitpunkt Sprecher der Deutschen Buddhistischen Union:

Wir müssen aber gestehen, daß es andere Aussagen Oles gibt, die wir (nach wie vor) nicht akzeptieren können. Dazu einige Stichworte: Was den Islam betrifft, stimmt Oles Auffassung einfach nicht mit den Tatsachen überein. Wer nur etwas differenziert hinschaut, wird den Unterschied zwischen der Religion des Islam und seiner fundamentalistischen und menschenverachtenden Fratze nicht übersehen … Man darf es sich gerade in einer Zeit der Fremdenfeindlichkeit nicht leisten, ein falsches Bild immer wieder nachzuzeichnen und damit dumpfe Ressentiments zu schüren.¹⁵ª

Peter Riedl, ehemaliger Generalsekretär (1997–2002) und Präsident (2002–2006) der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft (ÖBR), bezeichnet Ole Nydahls Ausführungen zum Islam in einem Artikel, den er nach einem Interview mit Nydahl im Jahr 2006 verfasste, als »Anti-Islam-Tirade[n]«.¹⁵ In buddhistischen Online-Foren, wie z.B. dem der DBU, werden seine Äußerungen zum Islam kontrovers diskutiert und häufig ebenso kritisch gesehen.¹⁶ In Bezug auf interreligösen Dialog äußert sich Ole Nydahl kritisch, »interreligiöse Projekte« seien »häufig nur eine reine Selbstdarstellung«²⁶ und er empfiehlt seinen Anhängern: »Wir können teilnehmen, sollten aber nicht neben den Muslims sitzen. Wir wollen keine Verbindung mit ihnen.«²⁶

Im Jahr 2012 protestieren 40 Menschen vom Lambeth Muslim Forum und dem Lambeth Interfaith Network außerhalb des Lambeth Rathauses in Brixt, England, gegen die Entscheidung der Ratsversammlung, das ehemalige Beaufoy Institute an die Diamentweg Organisation zu geben.²⁷ Toaha Qureshi, ein Mitglied des Lambeth Muslim Forum und ein Vorstand der Stockwell Moschee in Stockwell Green, ist davon überzeugt, dass Nydahls Kommentare »Hass-Reden« gleichkommen.²⁷ In Polen sollen sich Anhänger des Diamantweg Buddhismus mit Rechtsextremen gegen den Bau einer Moschee in Warschau verbündet haben.²⁷ Als Antwort auf dieses Engagement schreibt ein polnischer Korrespondent von Islamophobia Watch, der einige Jahre zuvor an einem Vortrag Nydahls teilnahm:

Ich hatte schon zuvor einige Kommentare gehört, die sagten, dass Nydahl islamophobe Ansichten vertrete, aber ich war ehrlich gesagt schockiert über die Tiefe seiner Wut und seines Hasses gegen den Islam und die Muslime sowie die Art, wie er seine Position nutzt, um viel Desinformation und sachliche Ungenauigkeiten in Bezug auf den Islam und Muslime zu predigen und Hass gegen den Islam unter seinen Anhängern zu schüren.²⁷

Sog. »UNESCO-Preis« »für Dialog, Koexistenz und Frieden« + Weitere Äußerungen zum Islam: Trotz dieser Kontroversen – oder gerade wegen seiner Äußerungen zum Islam – erhält Ole Nydahl am 13. Juni 2015 »den erstmals vergebenen Preis für Dialog, Koexistenz und Frieden der UNESCO-Assoziation für interkulturellen und interreligiösen Dialog in Malaga (Spanien).«²⁸ Nydahls offizielle Website titelt irreführend »UNESCO-Preis an Lama Ole Nydahl verliehen«. Genau genommen hat nur eine mit der UNESCO assozierte Organisation den Preis verliehen für deren Handlungen sich die UNESCO ausdrücklich nicht verantwortlich zeigt. Pedro Gomez, Vorstandsmitglied dieser UNESCO-Assoziation, pflegt eine enge, langjährige Beziehungen zu Ole Nydahl.²⁸ Zur Begründung des Preises heißt es auf Nydahls offizieller Website: »Der Preis wurde ihm und seiner verstorbenen Frau Hannah Nydahl für ihren Beitrag zur Förderung von Meinungsfreiheit, Mitgefühl, Frieden und Güte verliehen. Als weiteren Preisträger ehrt die Assoziation Papst Franziskus I.«²⁸ Laut Nydahl’s Website, habe Präsident Lorenzo Rodriguez de la Peña bei der Laudatio im Kongresspalast in Malaga »die einzigartige Rolle Nydahls und seiner Frau Hannah, die 2007 verstorben war, bei der Stärkung universeller Werte und menschlicher Freiheiten sowie die Unterstützung für viele Menschen bei der Entwicklung von innerem Frieden und Wohlergehen« betont.²⁸ Ihre Hoheit Königin Sofia von Spanien und Griechenland ist laut einem Dokument der preisvergebenden Organisation ebenso Preisträgerin.

In einem Interview mit der Nordhessen Rundschau, im März 2016, behauptet Nydahl in Bezug auf die Terror-Anschläge in Brüssel und Paris, dass dies [mit Terroranschlägen Menschen zu töten] »alles« im »Koran drin« sei,

»Ich denke, das ist im Koran drin, das ist alles drin, das was man tun soll und das alles. Also man kriegt einen Befehl von ganz oben, von irgendeinem Allah oder sowas, und dann verstärkt man sich darin, Ungläubige zu töten und das alles was da ist. Und dann am Ende, was haben wir dann? Dann haben wir Brüssel und Paris und alles. (Ein) großes Problem, was wir uns da aufgehalst haben.«

Islamwissenschaftler Guido Steinberg, laut Berliner Morgenpost einer der renommiertesten deutschen Terrorismusexperten, erklärt, dass die Auffassung terroristische Anschläge seien eine logische Folge des Islams, Gewalt sei ein immanenter Bestandteil desselben und der Islam sei nicht mit der Demokratie vereinbar sogenannte Islamkritiker und Dschihadisten eine. Schließlich betrachteten auch die selbsternannten Gotteskrieger Gewalt als immanenten Bestandteil des Islams. Steinberg jedoch widerspricht dieser Auffassung: »Als Islamwissenschaftler muss ich aber anmerken, dass es diesen einen Wesenskern des Islam nicht gibt. Der Islam hat eine lange und wechselvolle Geschichte und es gibt ein breites Spektrum von Interpretationen.« Aussagen wie »Der Islam ist...« seien deshalb »unsinnig«. »Entscheidend ist, wie Muslime den Islam interpretieren. Millionen von Muslimen zeigen, dass sie Demokraten sein können und die ganz überwiegende Zahl ist anständig und friedlich wie Katholiken, Protestanten und andere auch.«

In Bezug auf Menschen, die meist vor Krieg, Terror oder Folter aus islamischen Ländern nach Europa geflüchtet sind und hier Zuflucht suchen, ist Nydahl zudem der Ansicht, hätten Europäer den Koran gelesen [und wie es Ole Nydahl oder muslimische Extremisten tun, den Koran wörtlich genommen], hätte man solche Menschen weder über die Grenze noch aus dem Wasser geholt:

»Die Leute hätten einfach nur das Koran lesen müssen und verstehen müssen, dass das wirklich für uns alle gegeben wurde, dann hätten wir vielleicht nicht so viele über die Grenze geholt oder aus dem Wasser geholt, sogar. [lacht]«

Zitierte Passagen ab ca. 19. Minute

Blogger Matthias Steingass bezeichnet diese Äußerungen Nydahls zum Retten von Geflüchteten vor dem Ertrinken als »schäbig«:

»Der redet davon, dass man vielleicht nicht so viele aus dem Wasser hätte fischen sollen, von diesen Attentätern. Mit anderen Worten: Lasst sie ersaufen. … Das ist die Schäbigkeit einer verkommenen Figur, deren Auffassung von Buddhismus unter derartigen Vorzeichen nur als Perversion bezeichnet werden kann.«

Nachdem eine Diskussion unter dem Video entstand, wendet sich Ole Nydahl an die Redaktion der Nordhessen Rundschau und behauptet, dass er es nicht so gemeint habe und »keineswegs so verstanden werden möchte, als würde ich nicht Menschen aus Lebensgefahr retten oder sie gar ertrinken lassen wollen.« Er fügt hinzu: »Ich bin Däne und bin hier mit meinem Deutsch anscheinend missverstanden worden.«

Im selben Interview mit der Nordhessen Rundschau stellt Nydahl außerdem klar, dass er den »UNESCO-Preis« für »Redefreiheit« bekommen habe.²⁹

In einem weiteren Video, das am 03.04.2016 auf YouTube veröffentlicht wurde, äußert sich Nydahl aus meiner Sicht ebenso islamobphob. So fordert er Muslime auf, in ihren Ländern zu bleiben und vertritt die Ansicht, dass sie weder dialog- noch integrationsfähig sind und begründet diese Ansicht damit, dass dies gegen ihre Gesetze und Religion wäre und sie letztlich alle [Menschen] und jedes Land zu Muslimen machen müssten.³⁰

Beim Deutschlandtreffen des Diamantwegs, am 23.3.16 im Kasseler Messezentrum, empfiehlt Nydahl seinen ZuhörerInnen die ›Alternative für Deutschand‹ (AfD) zu wählen.³¹

Beim Osterkurs 2017 äußert sich Ole Nydahl ähnlich kontrovers zu Muslimen und Flüchtlingen. Die anwesenden Politiker Lisa Gerlach und Babak Tubis zeigen sich entsetzt. Auf einem Blogeintrag Babak Tubis’ wird Nydahl u.a. mit folgenden Aussagen zu Muslimen und Flüchtlingen zitiert: »Muslime schneiden Frauen im Namen des Islam den Kitzler ab. … Syrer kann man schon einige reinlassen, Afghanen aber nicht.« Laut Blog-Eintrag, der im Oktober 2017 vor Gericht verhandelt wurde, weicht Nydahl der Bitte um Klärung und Differenzierung seiner Pauschalisierungen – wie er den Ausspruch gemeint habe, dass alle Muslime, die da kämen, ungebildet seien, dass man Syrer eventuell schon ins Land lassen könne, Afghanen aber nicht – aus, macht die Fragestellerin lächerlich und als diese »präzise und verbindlich zum dritten Mal ansetzt«, ordnet Nydahl an, ihr das Mikrofon wegzunehmen. Weiter heißt es im Blog-Beitrag:

»3.500 Leute haben beim Osterkurs in Kassel populistische Behauptungen an der Grenze zur Volksverhetzung schlucken und ihre sicherlich vorhandenen Störgefühle dazu wegmeditieren dürfen … Praktisch in jedem seiner Vorträge bringt er seine Islamophobie unter und solidarisiert sich, und damit die Sangha, mit rechtspopulistischen Bewegungen.«

In einem Beitrag für Ursache & Wirkung, berichtet eine frühere Schülerin von Ole Nydahl, wie Nydahl beim Osterkurs 2017 um Sympathie für Marine Le Pen wirbt und aus einer Publikation der rechtsgerichteten Denkfabrik Gatestone Institute mit dem Titel »European Parliament Censors Its Own Free Speech « von Judith Bergman vorliest.

Anfang 2018 beschäftigen sich mehrere deutsche Kultur-Redaktionen mit einem Film über Hannah Nydahl, »Hannah – ein buddhistischer Weg zur Freiheit«. Am 05.01.2018 veröffentlicht der WDR 5 in der Reihe »Neugier genügt« ein knapp 30-minütiges Interview, »Wie der Buddhismus in den Westen kam – Lama Ole Nydahl«. Ab Minute 24:30 antwortet Nydahl auf den Klärungswunsch und die Anmoderation des Moderators Jürgen Wiebicke: »Wie stehen eigentlich Religionen zueinander? … Gerade was Buddhismus und Islam angeht, gibt es im Moment ’ne Menge Stress«:

Wir mögen die Muslims überhaupt nicht. Also was sie machen und die Ganze, all das Humorlose und die unterdrückten Frauen und die beschnittenen Frauen, nicht, kein Klitoris und all das, … was da passiert und all das, nicht, das ist furchtbar.

Auf die brutale Vertreibung von 500.000 Muslimen durch Buddhisten in Myanmar (Burma) angesprochen, kommen Nydahl keine Worte der Kritik über die Lippen: »Nein, das tue ich auch nicht. Buddhisten sind auch Menschen, nicht, und die haben Erfahrungen und wenn bei ihnen etwas passiert ist usw. und wenn es kräftig inszeniert ist, wie von den Muslims, das wissen wir in Myanmar geschieht […]« Moment mal, Rohingya Muslime inszenieren ihre eigene Vertreibung und Leiden? Aus Sicht Nydahls scheinbar schon. Zuvor behauptet er noch: »Buddhisten sind überall für Friedfertigkeit und Freundlichkeit und normales, humanes Verhalten usw. da, also hat irgendeiner vielleicht die Fakts irgendwie falsch zusammengepackt aus irgendwelchen Gründen.«

Drei Tage später, am 08.01.18 kommentiert Stephan Karkowsky im WDR 5 Meinungsmagazin (Reihe »Politikum«, Minute 14:35), dass Moderator Jürgen Wiebicke hörbar die Kinnlade heruntergefallen wäre, als Nydahl »sein Mantra im Namen aller Anhänger wiederholte.« Nach Ansicht Karkowskys würde Ole Nydahl »auch heute noch Tausende mit seinen Hass-Predigten« beeinflussen. Karkowsky beschreibt Nydahl als islamophob.

Ende Mai 2018 hakt WDR 5 noch einmal nach und sendet vom Sommerkurs 2018 mit Ole Nydahl im Europazentrum in Immenstadt (Allgäu) nachfolgende kritische Reportage:

Aus der Schweiz und bezüglich der Zusammenarbeit zwischen Diamantweg und der Schweizerischen Buddhistischen Union (SBU) liegen mir keine kritischen Informationen vor.

Ole Nydahl wird zu den erfolgreichsten buddhistischen Lehrern in Europa gezählt.¹⁷ Religionswissenschaftler Martin Baumann bezeichnet seine unermüdlichen Aktivitäten im Aufbau von buddhistischen [Diamantweg] Zentren in Europa und den USA als »zweifellos eine Pionierleistung«.¹⁷

Trotz des offensichtlichen Erfolgs Ole Nydahls in bisher mit dem Buddhismus kaum vertrauten Ländern, wie dem christlich geprägten Europa, spielt Ole Nydahl in der tibetisch-buddhistischen Exilgemeinde oder buddhistisch geprägten und mit dem Buddhismus erfahrenen Ländern so gut wie überhaupt keine Rolle. Sein Erfolg bleibt nach Ansicht des Autors also an erster Stelle ein westliches Phänomen.

Meiner Meinung nach offenbart sich – bei genauerer Betrachtung und Analyse der Entwicklungen, Hintergründe, Internetauftritte und Handlungen rund um Ole Nydahl und dem Diamantweg – ein Alleinvertretungsanspruch für den Buddhismus (speziell die Karma Kagyü Tradition) sowie eine Tendenz zur Spaltung und zum aktiven Schüren von Feindseligkeit (bis Hass), die für mich als Buddhisten nicht mit den Lehren des Buddha in Einklang zu bringen und äußerst fragwürdig sind.

Herbert Rusche sieht das wie folgt:

Ein eigentlich ganz netter und origineller Mensch ist der Däne Ole Nydahl […] als Anfang der 80er Jahre sein wichtigster buddhistischer Lehrer starb und die Suche nach dessen Nachfolger einsetzte, begann Ole sich mehr und mehr als ›Lama‹ zu sehen. Er behauptete, sein jüngst verstorbener Lehrer Karmapa hätte ihn zum Lama ernannt. Kenner des tibetischen Buddhismus wissen, dass Lama kein Titel ist, der verliehen wird. Es ist eine Bezeichnung für Menschen, die eine lange und intensive Praxis und Ausbildung hinter sich haben. […] Als in den späten 80er und frühen 90er Jahren der Nachfolger des 16. Karmapa bestimmt werden sollte, ließ sich Ole Nydahl darauf ein […] und ließ sich damit für innertibetische Politik und Ränkespiele einspannen […]¹¹

Rusche resümiert:

Nach meiner Meinung, wurde auf diese Weise ein interessanter und in Teilen liebenswerter Buddhist zu einem fragwürdigen Sektierer und Spalter, der sein buddhistisches Know How nicht dazu nutzt anderen Menschen zu helfen, sondern sich selbst und seine Gruppierung wichtig zu machen.¹¹

Ganz im Gegensatz dazu, sieht Shamar Rinpoche Ole Nydahl als einen »Buddhistischen Meister«, der »den Segen und die Lehren der Kagyü Linie überträgt« (1983)¹⁸ und stellt klar, dass es für Ole Nydahl »völlig angemessen« sei »den Titel eines Lamas zu halten.« (2006)¹⁹

Im Juli 2010 unternimmt Shamar Rinpoche einen kurzen Versuch, sich öffentlich von Ole Nydahl zu distanzieren. In einem Newsletter, der auch auf seiner offiziellen Webseite veröffentlicht wird, legt er seine kritische Sicht zu Ole Nydahl dar. Im Wesentlichen behauptet die Stellungnahme, dass nach Ansicht Shamarpas Nydahl sexuelles Tantra lehren würde bzw. Sex als Herz der Vajrayana Praxis ansehen würde und dies ein großes Missverständnis sei. Shamar Rinpoche fügt an, er unterstütze Ole Nydahl, weil Nydahl eine Verbindung mit dem XVI. Karmapa gehabt habe und ein Kagyü Praktizierender sei. Dies sei die Basis seiner Verbindung mit ihm.²⁰ Nydahl widerspricht der Behauptung, er würde Lehren über Sex, Sexualität oder sexuelles Tantra lehren. Shamar Rinpoche nimmt diese Behauptungen später weitgehend zurück.²⁰

Lama Ole Nydahl Phowa Kurs© privat | Ole Nydahl | Phowa Kurs 1993

Sexuelle Beziehungen mit Schülerinnen zu unterhalten, ist für Ole Nydahl unproblematisch. Nydahl kommentiert solche Beziehungen wie folgt: »Dabei ist keine Lehrer-Schüler-Beziehung involviert. Sie sind Diamantweg Buddhisten, aber sie sind in diesem Moment nicht meine Studenten. Sie sind gleichwertige Partner.«²⁰ Der Ansicht, Lehrer und Schüler seien gleichwertig bei sexuellen Aktivitäten, widerspricht u.a. Peter Riedl. Riedl verweist zudem auf den Umstand, dass es »laut Zeugenaussagen« vorkommen würde, »dass diese Frauen und deren Partner darunter leiden und damit nicht fertigwerden.«³²

Im August 2018 äußert sich Jigme Rinpoche – ein Bruder Shamar Rinpoches, Generalsekretär des von Shamarpa und Nydahl unterstützten Karmapa Kandiaten Thinley Thaye Dorje sowie spiritueller Beirat des Buddhistischen Dachverband Diamantweg (BDD e.V.) – resigniert: der BDD / Nydahl höre sowieso nicht auf ihn.²⁰ª

Ole Nydahls Anhänger weisen Kritik in der Regel damit zurück, dass sie Nydahl als einen ›Yogi‹²¹ porträtieren, was für sie impliziert, sein Verhalten unterliege nicht den Maßstäben konventioneller Realitäten und Wertungen. Auch Ole Nydahl scheint sich selbst als ›Yogi‹ zu sehen. In Erwiderung auf die Kritik, seine Lehren seien oberflächlich, soll er gesagt haben: »Gelehrte Menschen machen einfache Dinge kompliziert und Yogis machen komplizierte Dinge einfach.«²² »Keine Durchdringung« (no pervasion) würde der Gelehrte Ole Nydahl in der spirituellen Debatte antworten, absurderweise wäre dann nämlich auch George W. Bush ein ›Yogi‹, da er komplizierte Dinge einfach macht (z.B. mit der »Achse des Bösen«).

Seit 1980 behauptet Ole Nydahl eine Emanation des (erleuchteten) tibetisch-buddhistischen Dharmabeschützers Mahakala zu sein.²³ Auch erhebt er den Anspruch, ein Meister im Sinne der »verrückten Weisheit« zu sein.²³ª Mittels solcher hagiographischer Narrative kann Nydahl frühere Handlungen, die er als junger, gewalttätiger Mann beging, rechtfertigen (»Die Leute vergessen immer: Ole war keine wirklich nette Person zu dieser Zeit.«²³ ) und gegenwärtige kontroverse Handlungen kann er durch die Verbreitung solcher Legenden der kritischen Prüfung entziehen.

Gemäß Dokumenten auf der offiziellen Nydahl Website, beschreibt der 16. Karmapa, Rangjung Rigpe Dorje, Ole und Hannah Nydahl als »tief aufrichtig in ihrer Suche nach der Wahrheit«. Zuerst beauftragt er sie mit der Gründung eines (buddhistischen) Zentrums / Meditationszentrums in Dänemark. Dann ernennt er sie zu Direktor und Stellvertreterin der Zentren der Karma Drub Djyling Association und autorisiert sie als Instruktoren für diejenigen, die sich neu dem Buddhismus zuwenden sowie zur Gründung weiterer Zentren. In einem dritten Brief ernennt der 16. Karmapa sie zu Lehrern der grundsätzlichen Lehren über Ethik und den Weg des Buddha. Weiterhin gibt er ihnen im dritten Schreiben die Erlaubnis – bei Abwesenheit qualifizierter Lamas – die Zufluchts- und Bodhisattvagelübde zu geben. In keinem der drei Briefe bezeichnet der 16. Karmapa Ole Nydahl als qualifizierten Lama oder ernennt ihn zu einem qualifizierten Lama.

16. Karmapa + Lama Ole und Hannah Nydahl

© Diamond Way Buddhism | 16. Karmapa, Ole & Hannah Nydahl
(CC BY-NC-SA 2.0)

Der amerikanische Tibetologe Matthew T. Kapstein, schreibt über Nydahl:

Ole hat eine echte Beziehung zur Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus, also ist er kein wirklicher Scharlatan. Er hat jedoch seine eigene Interpretation und seinen eigenen Stil, die nicht mit der traditionellen Praxis der Kagyü [Tradition] übereinstimmen. (Orso)

Der französische Tibetologe Thierry Dodin äußert sich 2017 in Interviews gegenüber dem Deutschlandfunk und dem Bayrischen Rundfunk wie folgt zu Nydahl:

In der Zeit, wo er den alten Karmapa kennengelernt hat, gehörte er zu den Pionieren, den ersten Kontakten, die tibetische Meister mit Westlern hatten. Da war natürlich die Aufforderung, zurückzugehen nach Hause und den Buddhismus weiter zu verbreiten, eine normale Sache. Das hieß natürlich nicht, dass Ole Nydahl damit offiziell beauftragt wurde, in derselben Art und Weise wie ein qualifizierter Lama ein Zentrum aufzumachen im Namen des Karmapa. (DLF)

In Bezug auf die »Diamantweg Buddhismus«-Bewegung kritisiert der Tibetologe, dass es nur um Spaß ginge und bemängelt außerdem fehlende Tiefe:

In den offiziellen buddhistischen Zentren von Gelugpa, Sakyapa, Kagyüpa und Nyingmapa hat sich alles in Richtung Professionalisierung entwickelt. In gut informierte Diskussion über den Buddhismus, seinen Sinn, was Kultur ist und was überkulturell ist. Sowas sehe ich bei Ole Nydahl nicht, es fehlt einfach die Tiefe. (BR)

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Referenzen 2 (Fortsetzung)

9 Freiberger, Oliver. 2001: »Inter-Buddhist and inter-Religious Relations in the West«, Journal of Global Buddhism 2: 59-71, S. 65. und Anmerkung Nr. 30. http://www.globalbuddhism.org/2/freiberger011.pdf

10 Für die Karmapa-Domains, wie z.B. karmapa.org., karmapa.de oder karmapa.cz, zeichnete sich 2001 durchweg der BBD e.V. verantwortlich (siehe z.B. copyrights Archive 2001) und Ole Nydahl war mit Bildern und Artikeln auf den Seiten präsentiert. Hier hat sich ein Wandel vollzogen. Die Geschichte der Webseitenänderungen kann man über das Internetarchiv Internet Archive nachvollziehen.

11 Herbert Rusche in »Buddhismus auf Abwegen«, http://www.herbertrusche.de/00000092cf0fb2b03/
24a6bc96db0dcdc01.html
(WebArchive, 2014)

11a Franz Johannes Litsch (ehemaliges DBU Ratsmitglied) in einer ausführlichen Email an Tenzin Peljor, 9. Oktober 2017. Zwischen den beiden Ausschluss-Debatten 1997 und 2000 gab es auch ein direktes Gesrpäch des DBU-Rates mit Ole Nydahl in Hamburg in dem er Besserung versprach. Da dieses Versprechen von Ole Nydahl nicht eingehalten wurde, folgte eine 2. Debatte zum Ausschluss des Diamentweges aus der DBU im Jahr 2000.

¹¹* »Offener Brief zur Lage der DBU«, SoGen Ralf Boeck, 02.05.2013, versandt per Email.

Auf Nachfrage führte SoGen Ralf Boeck Nachfolgendes aus (Email vom 17. Juni 2013, Zitat mit freundlicher Erlaubnis):

Ich habe lange Zeit die Position vertreten, dass es sinnvoller ist, den ›Buddhistischen Dachverband Diamantweg‹ (BDD) in die DBU einzubinden, statt ihn auszugrenzen; vor allem im Hinblick auf eine Zeit ›nach Ole Nydahl‹, dessen kontroverse öffentlichen Äußerungen sicherlich nie mit den Auffassungen deutscher Buddhisten, die nicht dem BDD angehören, in Übereinstimmung zu bringen sein werden. Ich habe daher jahrelang in der DBU für eine in Hinsicht der Mitgliederzahl des BDD angemessene Repräsentanz des BDD im Rat geworben, auch ein Stück ›Wahlkampf‹ für den BDD betrieben. Meine Haltung im Rat der DBU war die, zwischen der von mir seit jeher als problematisch eingeschätzten Person Ole Nydahls und der Organisation BDD bzw. deren Mitgliedern zu differenzieren. Dabei auch bedenkliche Züge, wie die vor allem bei den Internetauftritten des BDD feststellbare systematische Tendenz, eigene Interpretationen der buddhistischen Lehre als maßgeblich, als ›den Buddhismus‹, darzustellen und offensiv missionierend mit dem Anpruch, wenn nicht die einzig richtige, so doch die höchste, beste Sichtweise zu vertreten, als ›Kinderkrankheit‹ zu tolerieren. Ich war bereit, ohne Vorbehalte mit dem BDD im Vertrauen auf eine gemeinsame Vision von der DBU als Vertretung eines Buddhismus, der in der westlichen Welt ›angekommen‹ ist, zusammenzuarbeiten.

Nach den Erfahrungen der letzten anderthalb Jahre musste ich von dieser Position leider abrücken. Nach meiner jetzigen Auffassung stellt die Mitgliedschaft des BDD in der DBU nicht nur ein Problem für die Wahrnehmung der DBU durch die Öffentlichkeit dar, also ein ›Imageproblem‹. Dies wäre nach meiner Auffassung bei einer Verfolgung gemeinsamer Ziele durchaus erträglich. Ich bin jedoch zu der Einschätzung gekommen, dass der BDD darüber hinaus in Hinsicht der Weiterentwicklung des traditionsübergreifenden Ansatzes der DBU als »der Gemeinschaft der Buddhisten in Deutschland« (Satzung der DBU), über die der Buddhismus mit einer gemeinsamen Stimme in einen förderlichen Dialog mit der Gesellschaft eintritt, eine bewusst destruktive Rolle spielt. Als Ziel der DBU-Politik des BDD zeichnet sich für mich ab, die DBU von einem Dachverband, der sich die Einheit und das gemeinsame gesellschaftliche Agieren aller Buddhisten Deutschlands zur Aufgabe gemacht hat, zu einem bloßen lockeren Interessenbündnis zurückzubauen, in dem vor allem partikulare Gruppeninteressen durchgesetzt werden können und sollen. Der Geist der »Einheit in der Vielfalt« – Grundvoraussetzung für die gedeihliche Zusammenarbeit in einem Dachverband – herrscht dort nach meiner Analyse nicht, sondern vielmehr das Bestreben, die DBU gezielt von innen heraus zu marginalisieren, weil sie einer Dominanz des BDD in der öffentlichen Wahrnehmung des Buddhismus in Deutschland im Weg steht.

Siehe auch: »DBU revisited: ein notwendig subjektiver Bericht von der Mitgliederversammlung der DBU 2018« – SoGen Ralf Boeck

12 Stand 05.02.2008: In Bezug auf Informationen zum Buddhismus wird entweder auf die zum Diamantweg gehörende Seite www.buddhismus.de oder auf die Diamantweg-Seite www.diamondway-buddhism.org und die Diamantweg Zeitschrift Buddhimus Heute verwiesen. Der einzige externe Link zu einer Nicht-Diamantweg-Seite, ist der zum Bildungsserver. Dieser listet dann an erster Stelle die eigene Seite http://www.buddhismus-schule.de.

13 Stellungnahme des Karma Kagyü Verbandes (KKV), Lotosblätter-Magazin, 2000

14 Ursache und Wirkung 2006, Heft Nr. 61, »Kein Interview mit Ole Nydahl«, Riedl, Peter

14a Peter Riedl via Email vom 13.11.17 an Tenzin Peljor. Mit Sangharatsbeschluß vom 3.9.1998 dürfen »Veranstaltungen Ole Nydahls nicht in der ÖBR angekündigt werden sollen (Schaukasten etc.)«.

15 siehe Buddhistischer Rundbrief Salzburg, Nr. 4/96, http://www.sbg.ac.at/budd/rundbrief/rb96'4.txt (MS-Word.doc) und Lotusblätter 13, Nr. 4, [1999], 64f

15a Aus einem Schreiben von Alfred Weil, Sprecher der DBU (Deutsche Buddhistische Union), und Raimar Koloska, Schatzmeister der DBU, an die KKD (Karma Kagyü Deutschland)-Vorstände Dr. Ellen Braun und Andreas Behrens vom 11.8.1997.

16 siehe z.B. DBU oder Tibet.de

17 Baumann, Martin : 2005, Neue Luzerner Zeitung, »Eine Art Buddhismus Light?«

18 siehe Dokument 1 auf Ole Nydahls offizieller Webseite

19 siehe Dokument 3 auf Ole Nydahls offizieller Webseite

20 »An Answer to Questions Raised about Bodhi Path and Lama Ole Nydahl«, Juli 2010. Der Artikel wurde nach einem Schriftwechsel zwischen Nydahl und Shamarpa wieder gelöscht; Kopie des Artikels und weitere Reaktionen: Word-Datei | PDF-Datei. (Diese Datei enthält einen weiteren Newsletter »No.56/10« von Künzig Shamar Rinpoche, der vom Diamantweg verbreitet wurde.)
Siehe auch: Latest news from the 28th of June 2012: Read at the end of this paper about Shamar Rinpoche’s letter of recommendation to Lama Ole Nydahl

Zu sexuellen Beziehungen Ole Nydahls mit Schülerinnen des Diamantwegs siehe: Joe Orso: Lama Ole: Buddhist teacher or charlatan?, 15.11.2009 (PDF). Laut Schweizer Sonntagszeitung vom 29.04.2001 behauptet Ole Nydahl im Schweizer Fernsehsender »Tele 24« bei Roger Schawinski, er habe 500 Frauen im Bett gehabt.
Ole Nydahl nahm sich neben Hannah Nydahl, geboren 1946 in Kopenhagen, auch eine jüngere Zweitfrau, Cathy Hartung, geboren 1965 in Solingen. Der Film »Hannah – ein buddhistischer Weg zur Freiheit« klammert diese Fakten völlig aus und liefert eine völlig verklärende Version der Beziehung zwischen Ole Nydahl und seiner Frau Hannah Nydahl.

In »Fragen an den Lama« antwortet Nydahl auf die Frage »Ist der Entwicklungsweg zur Erleuchtung für Frauen und Männer gleich?« u.a.:

»Wenn man den gesamten Weg sieht, ist es so, dass Frauen den leichteren Einstieg haben, da die meisten Lehrer heute Männer sind. Das muss aber in Zukunft nicht mehr so sein. Heute können sich die Frauen in den Lehrer verlieben und dadurch, dass sie dann völlig auf ihn ausgerichtet sind, viel aufnehmen und sich schnell entwickeln. Männer dagegen müssen zunächst den anderen genau prüfen. Da ist immer ein bisschen Konkurrenz dabei. Daher ist es für Männer am Anfang schwieriger. Außerdem haben die Frauen aufgrund ihrer gebenden, weichen Art einen Vorteil, während Männer häufig Aggressionen zeigen und andere schützen müssen.  Zu irgendeiner Zeit sind bei den Frauen allerdings immer noch ganz feine Anhaftungen geblieben  – vielleicht an Mann, Kind; Familie etc. Der Mann, der immer ein bisschen Kind bleibt, immer spielerisch bleibt, kommt daher am Ende gut durch, da er besser loslassen kann.«

Chögyam Trungpa Rinpoche warnte seine Schüler u.a. in der Form von Steckbriefen mit Fotos von Nydahl vor Ole Nydahl als buddhistischem Lehrer. Trungpas Regent Ösel Tenzin—der wie Trungoa nicht unumstritten ist—schrieb in einem Brief:

The Vajracarya [Chögyam Trungpa] has instructed me to tell you that Mr Nhydahl is not welcome in any of our centers in the role of a teacher. The Vajracarya feels very strongly that there is some real perversion of the Buddhadharma taking place by Mr Nhydahl and a definite perversion of His Holiness Karmapa's intentions and wishes. As we know, because of the power of the vajrayana teachings there are many warnings concerning the breaking of samaya and possibilities of Rudrahood. There have been instances in the past where students, out of confusion, have misused these precious teachings to create a personal fortress of charlatanism and egohood. This appears to be the case with Mr Nhydahl.Ole Nydahl, „Riding the Tiger - twenty years on the road : risks and joys of bringing Tibetan Buddhism to the West“, S. 253

In Bezug auf eine tatsächliche sexuelle Vereinigung im Vajrayana werden enorm hohe Ansprüche an die Qualifikation beider Vajrayana-Praktizierenden gestellt. Für eine detaillierte Erklärung siehe Fußnote 41 in Tibetischer Buddhismus. Der indische Meister Atisha (Kadam Schule) warnt Ordinierte eindringlich in seinem berühmten Text Lampe auf dem Pfad höhere tantrische Einweihungen zu nehmen, da sie sonst riskieren würden, ihre Ordensgelübde zu verlieren.

Prof. Dr. John Powers legt zum Thema tantrische Vereinigung dar:

Tantric texts stress that practice with consorts is not a form of sexual indulgence, but rather a form of controlled visualization that uses the special bliss of sexual union. It is restricted to very advanced practitioners, yogins who have gained control over the emanation of a subtle body and have awakened the mystical heat energy, or ›dumo‹ (gtum mo, candali). Those who have not advanced to this level are not qualified to practice with an actual consort; people without the necessary prerequisites who mimic tantric sexual practices thinking that they are practicing tantra are simply deluded, and may do themselves great harm. Sexual union is only appropriate to advanced levels of the stage of completion, and so those who have not developed sufficient realization and control over subtle energies are unable to generate the blissful wisdom consciousness realizing emptiness that is the basis for this practice. They may succeed in fooling others—or even themselves—but they will be utterly unable to use sexual energy in accordance with the practices of highest yoga tantra.

According to the Dalai Lama, only a person who views all the phenomena of cyclic existence with complete impartiality is qualified to engage in tantric sexual practices:

»Truthfully, you can only do such practice if there is no sexual desire whatsoever. The kind of realization that is required is like this: If someone gives you a goblet of wine and a glass of urine, or a plate of wonderful food and a piece of excrement, you must be in such a state that you can eat and drink from all four and it makes no difference to you what they are. Then maybe you can do this practice.«

When asked to name any lamas who he thought were at this level, he admitted that he could not. He mentioned that there are well-known stories of great teachers like Tilopa who had transcended all attachment to conventional thinking and so were able to engage in sexual practices without harming themselves or their students, but he added that such exceptional individuals are very rare.

John Powers, »Introduction to Tibetan Buddhism«, Snow Lion Publications, 1995, p. 252. Deutsche Übersetzung: Religion und Kultur Tibets. Das geistige Erbe eines buddhistischen Landes, O.W. Barth Verlag, 2002

20a Emails an Tenzin Peljor im August 2018. Jigme Rinpoche und der von Shamar Rinpoche unterstützte und installierte Karmapa Thinley Thaye Dorje wurden aufgefordert, auf Ole Nydahl und den BDD einzuwirken »in dem Sinne, dass die Meinungsverschiedenheiten im Dialog mit Tenzin Peljor beilegt werden und nicht über anwaltliche Schreiben, Abmahnungen oder gar Gerichtsprozesse.« In Erwiderung darauf äußerte sich Jigme Rinpoche, dass der BDD sowieso nicht auf ihn höre.

21 Oral teaching, Hamburg (Germany) December 29, 2007, Quelle: Wikipedia EN, 27/01/07

22 Interessant ist in diesem Zusammenhang die Begriffsdefinition des ›Yogi‹ im Diamantweg Nydahlscher Prägung als »traditioneller Begriff für Verwirklicher(in), Praktizierende(r) des Diamantwegs.« (Diamantweg.de) Hier wird allem Anschein nach eine sinnentstellende Umdeutung des Begriffes Yogi vorgenommen und gleichzeitig wird der Begriff für die eigene Lehrrichtung vereinnahmt und den Gegebenheiten einer westlichen Gruppe angepasst. Die Dokumentation The Yogis of Tibet definiert einen Yogi so:

»Ein Individuum, das Jahre im isoliertem Retreat verbracht hat und geheime selbst-transformierende physische und geistige Übungen praktizierte, und durch diese Techniken außergewöhnliche Kontrolle über Körper und Geist erlangt hat.«

Der Begriff ›Yoga‹ (tib. rnal ‘byor) bedeutet »verbinden mit dem was authentisch oder wahr ist.« Yogis sind enorm entsagte spirituelle Übende, die an nichts hängen. Diesen Tatsachen weicht die Erklärung des Diamantweg Nydahlscher Prägung aus und entfernt sich noch weiter von der eigentlichen Bedeutung des Begriffes Yogi, indem das Haushälterleben als (ideale) spirituelle Lebensform gepriesen wird. Zum Haushälterleben Marpas bemerkte der in Einsamkeit lebende und verwirklichte Yogi Milarepa:

Marpa ist wie ein Löwe, und ich bin wie ein Fuchs. Wenn der Fuchs versucht, so hoch zu springen wie der Löwe, wird er sich nur das Genick brechen.Khenpo Konchog Gyaltsen »Die großen Kagyü-Meister: Die Schatzkammer der Goldenen Übertragungslinie«, Otter-Verlag

23 siehe: Scherer, Burkhard »Conversion, Devotion and (Trans-) Mission: Understanding Ole Nydahl« in »Buddhists: Understanding Buddhism Through the Lives of Practitioners«, herausgegeben von Todd Lewis, Wiley Blackwell: 2014, S.98

Ole Nydahl selbst: »I fought a lot, I’d beat up a lot of people, I liked to go out and provoke fights in the bars at night and stuff like that, I did a lot of fighting. I always fought clean, but I still hurt people, but I never kicked anybody or hit anybody when they were weak; you know I gave up in instances like that. I still, I did hurt a few: People looked like having been run over by a truck, when I was through with them, right!«, Przeźroczysty Lama - Lopon Tsechu Rinpoche polskie napisy, YouTube Video veröffentlicht am 19.12.2014, Minute 13:04, zuletzt gesichtet: 16.02.18

23a siehe: Interview mit Lama Ole Nydahl — Verrückte Weisheit und der Stil des Verwirklichers.
Verrückte Weisheit‹ ist ein geschicktes Mittel hoch verwirklichter Meister, die damit tatsächlich Schüler aus festgefahrenen Mustern befreien können. Authentische Meister »verrückter Weisheit« sind jedoch extrem selten und Scharlatane im Tibetischen Buddhismus verschleiern ihr Fehlverhalten und ihre Unzulänglichkeiten gerne, indem sie vor ihren Schülern behaupten, dass ihr Fehlverhalten »verrückte Weisheit« sei. Der XIV. Dalai Lama sieht schamloses Verhalten, dass sich auf »verrückte Weisheit« beruft, in der heutigen Welt, als äußerst schädlich für den Buddhismus an und fordert auf damit Schluss zu machen. (siehe: Melong Frühling 1993)
Andere Wege der Kritikverweigerung schließen ein, Kritik als Neid auf den Erfolg Nydahls abzutun oder als normal für solch erfolgreiche Menschen wie Ole Nydahl darzustellen.

24 Stand: 28. April 2012.

25 Email von Stefan Kuzmany vom 19.03.2009 an den Verfasser dieses Artikels. Zitiert mit freundlicher Erlaubnis. Wie Stefan Kuzmany seine Eindrücke verarbeitet hat, kann man im Buch Das können Sie glauben! Die großen Religionen dieser Welt im Selbstversuch, Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Seiten 145-185 nachlesen.

26 Zentrentreffen 2005, Protokoll, Amden / Schweiz, 29.–30.10.2005, S. 6–7:

Frage: Viele andere buddhistische Traditionen machen viele interreligiöse Projekte - wie kommentierst du das?

Ole (Zusammenfassung): Das es häufig nur eine reine Selbstdarstellung ist, sollten die, die persönlich am reifsten sind, uns bei solchen Veranstaltungen vertreten: die, die gelebt, gekämpft und geliebt haben und somit stabil sind, die Erfolg und Überschuss haben, und überzeugend sind.

Protokoll Zentrentreffen Hamburg, 30.–31. Oktober 2004, Seite 17:

Interreligiöse Projekte

Wir können teilnehmen, sollten aber nicht neben den Muslims sitzen. Wir wollen keine Verbindung mit ihnen.

27 Islamophobic Buddhist sect gets planning permission for meditation centre in Lambeth – Islamophobia Watch, gesichtet am 28.03.16

28 Asociación UNESCO para la promocion del diálogo intercultural e interreligioso en Málaga, »UNESCO-Preis an Lama Ole Nydahl verliehen«, http://lama-ole-nydahl.de/news/unesco-preisverleihung.html, gesichtet am 25. März 2015. (Siehe auch: WebArchive I, WebArchive II)

Pedro Gomez, Vorstandsmitglied dieser UNESCO-Assoziation, hat enge Beziehungen zu Ole Nydahl. Pedro Gomez und seine Frau, Dorrit Gomez, stifteten 1987 ein Grundstück aus dem später das Diamantweg-Zentrum, Karma Guen, bei Málaga in Spanien entstand. (siehe Bildbeschreibung letztes Bild hier und Interview mit Peter Gomez hier…)

29 »Deutschlandkurs 2016 mit Lama Ole Nydahl in Kassel«, Nordhessen Rundschau, https://www.youtube.com/watch?v=jvTFBB7qW6Q&feature=youtu.be&t=18m53s, veröffentlicht am 28.03.2016, gesichtet am 04. April 2016

30 »Lama Ole Nydahl o islamie«, https://youtu.be/i4JwLt_RZrY, veröffentlicht am 03.04.2016, gesichtet am 04. April 2016 (Das Video wurde mittlerweile gelöscht und steht derzeit unter folgenden Adressen zur Verfügung: https://youtu.be/3V7bdCBW7MU und http://www.veoh.com/watch/v106659734SzD3y2SY.)
UPDATE Juli 2016: Die Buddhismus Stiftung Diamantweg erhob Copyright Anspruch gegenüber Google auf das Video unter Adresse https://youtu.be/3V7bdCBW7MU. Google sperrte daher das Video am 16. Juli 2016. Derzeit ist es nur noch via Veoh verfügbar.

31 Eigenrecherche. Bestätigung dafür liegt durch drei unabhängige Quellen vor. Auch eine eidesstattliche Versicherung über diesen Sachverhalt liegt vor.

32 Riedl, Peter: »Lama Ole Nydahl und der Diamantweg«, Ursache und Wirkung, Ausgabe 103/2018, S. 82

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Berlin, 20.04.2007
Tenzin Peljor

letzte inhaltliche Änderung: 17.07.2018

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Allgemeine Kritik

Es gibt wissenschaftliche Abhandlungen zu Ole Nydahl und der »Diamantweg-Buddhismus«-Bewegung. In deutscher Sprache liegen vor:

Dr. Burkhard Scherer, der als Universitätsprofessor (Reader) für Vergleichende Religionswissenschaften an der Canterbury Christ Church University (England) und als Professor für Indo-Tibetischen Buddhismus am International Institute for Buddhist Studies (ITAS)¹, Karma Gön (Spanien) forschte und lehrte, hat die folgenden vier Artikel verfasst:

¹ Das International Institute for Tibetan and Asian Studies (ITAS) ist ein Projekt des Diamantwegs. Burkhard Scherer selbst ist Schüler von Ole Nydahl.

Hinweis: Einige dieser hier im Jahr 2007 recherchierten Web-Links dürften veraltet sein und nicht mehr funktionieren.

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